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Persönlichkeitsstörungen

Die Art und Weise, wie Alexandra sich ihrem neuen Arbeitgeber vorstellte, war beeindruckend. Selbstbewusst betrat sie den Raum und verbreitete sofort eine Aura des Besonderen. Eine Frau, die weiss, was sie will: intelligent,  kühn, aufgeschlossen, kreativ, motiviert, erfolgreich und mit einem bestechendem Selbstbewusstsein. “Geben sie mir eine Chance und in absehbarer Zeit bringe ich ihr Unternehmen an die Spitze” waren ihre ersten Worte. Die richtige Besetzung für die freie Stelle in der Werbeagentur.

Und tatsächlich leistete sie gute Arbeit, wenn auch nicht ganz so überzeugend wie es ihr Auftritt versprochen hatte. Doch nach mehreren Monaten wurde sie von vielen Arbeitskollegen mit anderen Augen gesehen: egoistisch, kalt, arrogant und unfreundlich, nicht fähig zur Arbeit im Team. Verantwortung für Fehler schob sie gerne auf andere ab, nutzte Arbeitskollegen für eigene Zwecke aus, um sie dann wieder fallen zu lassen. Heftige Gefühlsausbrüche waren häufig, wenn etwas nicht wie gewollt lief. Die Ideen für neue Geschäftsfelder waren oft unrealistisch, wurden aber mit umso grösserem Eifer und angeberisch verfolgt.  Gleichzeitig fühlte Alexandra sich immer unterbezahlt, forderte grössere Anerkennung ihrer Leistungen, war schnell gekränkt und lies ihre schlechte Laune dann an den Arbeitskollegen aus, warf ihnen Eifersucht und Unfähigkeit vor. Die Stimmung in der Werbeagentur verschlechterte sich genauso schnell wie die anfangs noch steigenden Umsatzzahlen.Trotzdem gelang es ihr immer wieder, durch ihr brillantes Auftreten neue Kunden zu gewinnen.

Nach eigenen Worten führte sie ein erfülltes, geselliges Privatleben. Doch manchmal hörte man von ständig wechselnden Freunden, viel Konkretes ausser ständigen Angebereien war nicht zu erfahren.
Alexandra hatte meist nur über Monate hingebungsvolle und intensive Affairen. Dann allerdings wurde sie ihrer Partner überdrüssig, langweilte sich. Ohne Reue und nicht immer friedlich trennte sie sich von ihren Partnern. Schuld waren immer die anderen, Kritik an der eigenen Person wurde mit Wut und Unverständnis beantwortet.
Nur manchmal, dann aber umso intensiver, erlebte sie für sich ein Gefühl des Nichtverstandenwerdens, der absoluten Wertlosigkeit, das sie mit Niemandem teilen konnte und wollte.

3 Jahre später bewarb sie sich in einer der renomierten Modeagenturen der Stadt:
“Suchen sie nicht weiter, ihre Agentur hat gefunden, was sie suchte.”

 

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