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Differenzdiagnose:
mit frdl. Genehmigung von           ADD-ONLINE


Wenn Eltern akzeptieren, das ihr Kind ADS hat, dann müssen sie auch akzeptieren, das sein Verhalten krankheitsbedingt ist. Es ist weder faul noch dumm oder aufsässig, es kann nicht anders. Es benötigt die Hilfe und das Verständnis seiner Umgebung. Hierzu gehört nicht nur das Elternhaus, sondern auch Erzieher, Lehrer und das gesamte Umfeld sollte einbezogen werden.
Wichtig sind feste Regeln, Konsequenz und auch “Gelassenheit”, so schwer es fallen mag in manchen Situationen. Ein ADS-Kind kann sein Leben nicht strukturieren, es benötigt hierzu feste Vorgaben und Hilfen. Diese Umstellung erfordert sehr viel Kraft und Ausdauer über lange Zeit von der Umgebung des Kindes. Nachfolgend eine Liste empfohlener Verhaltensregeln:

-Struktur ins Leben bringen. Der Tagesablauf sollte fest geplant sein und nach einem festen Schema ablaufen. Frühstück, Zum Schulbus gehen, Hausaufgaben, Pausen, Schlafenszeiten etc. sind eindeutig in ihrem zeitl. Ablauf zu bestimmen. Am besten wird dieser Plan auch aufgeschrieben und an die Memowand gepinnt. Nutzen sie die Kraft der Rituale. Alles sollte nach einem vorgegebenen Schema ohne Veränderungen ablaufen. Wenn Veränderungen anstehen sollten diese rechtzeitig und wiederholt besprochen werden.(wie z.B. Neue Schulzeiten)  
Tägliche Pflichten am besten mittels Wochenplan festhalten und ihre Erledigung abhaken

-Rituale: Ein ADS-Kind (ein nicht-ADS-Kind auch) kann nicht pünktlich ins Bett gehen, immer wieder kommen Dinge dazwischen, verzögert sich alles. Deswegen ist rechtzeitig vor der Schlafenszeit alles, was dazwischenkommen könnte, zu erledigen. Mit den abendlichen Ritualen (Duschen, Zähneputzen,Gute-Nacht-Geschichte) ist zu einer festen Zeit anzufangen, die genügend Spielraum bietet, die vereinbarte Schlafenszeit einzuhalten.
Gleiches gilt für die .....

-Hausaufgaben: Immer zur gleichen Zeit nach einem festen Rhythmus. Auch die nötigen Unterlagen wie Stifte oder Bücher sind konsequent immer an derselben Stelle aufzubewahren, wenn stundenlange Suche vermieden werden soll. Räumen sie alles, was von den Hausaufgaben ablenken könnte weg. Auf dem Schreibtisch sollte sich immer nur eine Aufgabe befinden.
Und natürlich ist es schön, wenn ein Kinderschreibtisch direkt am Fester steht und ihr Kind die Natur vor Augen hat. Aber ein ADS-Kind wird evtl. durch das Geschehen vor seinem Fenster so abgelenkt werden, dass es seine Hausaufgaben vergisst. Seine Umgebung sollte daher möglichst “reizarm” sein.
Gleiches gilt natürlich z.B. auch für die Schule. Ein Sitzplatz am Fenster mit Aussicht auf den belebten Pausenhof lenkt unwillkürlich ab.
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-Das Kinderzimmer aufgeräumt zu halten ist fast unmöglich. Begrenzen sie die Zahl der Spielzeuge auf ein überschaubares Mass. Sortieren sie die Spielzeuge in Kisten (evtl.beschriften) dergestalt, das ihr Kind immer mit dem Inhalt einer Kiste auskommt. Bevor es mit dem Inhalt einer anderen Kiste spielt, muss die erste wieder eingeräumt werden.

-kein Zeitdruck: Es ist illusionär, auf die Minute den Tag zu planen, lassen sie trotz festem Tagesablauf genügend Luft.

-kein vielleicht: Sagen sie nicht “vielleicht gehen wir Montag ins Kino” Lassen sie es oder sagen sie “wir gehen Montag ins Kino” und tun sie es dann auch. ADS-Kinder kommen mit Eventualitäten nicht zurecht.  Was geplant ist oder zu erledigen muss ohne wenn und aber geschehen.

-kein Kampf, es kann nur Verlierer geben: Hat sich ein Konflikt oder Wutanfall erstmal hochgeschaukelt, ist mit Worten nichts mehr zu erreichen, es kann nur noch schlimmer werden. Warten sie, bis sich alles beruhigt hat, schicken sie ihr Kind in sein Zimmer und besprechen sie die Angelegenheit später noch mal. Vielleicht finden sich jetzt gemeinsam Lösungswege, besprechen sie alles in Ruhe ohne Schuldzuweisungen. Nehmen sie Konflikte nicht als persönlichen Angriff wahr, seien sie nicht beleidigt. ADS-Kinder reagieren emotional, ohne sich Gedanken um Folgen zu machen, es steckt keine böse Absicht dahinter. Lernen sie zu akzeptieren: Wenn sie mit verbaler Gewalt jeden Konflikt in ihrem Sinne lösen, haben alle verloren. Ihr Kind weiss, dass es ein Looser ist und nichts zu sagen hat und sie selbst haben deswegen ein schlechtes Gewissen.
-klare Worte: Loben sie ihr Kind und sagen sie ihm auch, was nicht gefällt. Vermeiden sie aber dabei allgemeine Aussagen, sondern sagen sie konkret was gefällt und was nicht. “Heute war ich sehr zufrieden mit deinen Leistungen” ist ein Satz, mit dem das Kind nichts anfangen kann. Benennen sie die Dinge beim Namen. Loben sie oft, aber überschütten sie das Kind nicht mit Lob, sonst geht der Sinn verloren und es ist nichts Erstrebenswertes mehr. Warten sie mit dem Lob nicht, bis die gute Tat schon fast wieder vergessen ist, loben sie sofort. Wenn das Kind etwas besonders gerne macht , eine besondere Fähigkeit hat, dann fördern sie dies unbedingt.

-Machen sie aus ihrem Kind keinen Sündenbock, sagen sie ihm nicht -du kannst aber auch gar nichts, du hast ja schon wieder... alles falsch gemacht, es hat sowieso schon ein geringeres Selbstwertgefühl. Erklären sie ihm in Ruhe was es besser machen könnte und erarbeiten sie am besten gemeinsam Lösungen. Greifen sie ihr Kind nicht persönlich an, erläutern sie was falsch gelaufen ist. Machen sie ihm Mut, das nächste Mal wird es besser klappen. Verboten sind Vergleiche mit anderen Kindern, die alles besser können! Überlegen sie sich, ob sie wirklich tauschen wollten, ihr Kind wird zumindest den Eindruck bekommen.

-konkrete Aussagen: Wenn sie mit ihrem Kind reden, sagen sie konkret, was es machen soll.
Wenn sie ihn dabei berühren, z.B. an den Schultern leicht anfassen, erringen sie besser seine Aufmerksamkeit. Vermeiden sie “vielleicht, wenn du Lust hast, später, etc. Es gibt kein später für ein ADS-Kind. Entweder jetzt oder nie. Arbeiten sie mit kurzen, prägnanten Befehlen.
“Räum´dein Zimmer auf”  führt nicht zum Erfolg, nach einem kurzen Blick über das Chaos wird ihr Kind anfangen zu spielen oder aus dem Fenster schauen.
Besser sind konkrete Arbeitsanweisungen: Was soll Wohin !

-eigene Freiräume lassen: Auch die Eltern brauchen manchmal eine Auszeit. Sie sind keine Rabeneltern, wenn dies ihrem Kind klar gemacht wird. Spannen sie Freunde und Verwandte ein, vereinbaren sie regelmässige Zeiten, in denen sie sich zurückziehen. Manchmal stehen die Nerven kurz vorm zerreissen, dies sollte aber nicht geschehen. Deswegen rechtzeitig eine Auszeit.

-austoben lassen: Hyperaktive Kinder haben einen enormen Bewegungsdrang und sind kaum müde zu kriegen. Das Kind sollte ausreichend Bewegung bekommen, in welcher Art auch immer.
Vielleicht schaffen sie sich einen Hund zum regelmässigen Gassigehen an, ein grosser Garten ist hilfreich, warum nicht im Regen durch die Pfützen springen,Fussballspielen im örtlichen Sportverein. Dabei soll es aber Spass machen. Ein Sportverein, bei dem nur Erfolge zählen, die Kinder gedrillt werden und nicht toben, sondern sich nur nach festen Regeln bewegen dürfen, ist wenig geeignet. Auch Ihnen selbst wird die Bewegung helfen, den angefallenen Frust anzubauen. Interessant könnte auch (therapeutisches) Reiten oder Voltigieren sein. Hier ist nicht nur körperliche Betätigung gegeben, sondern auch das Erlernen von Pflichten, Geduld, Umgang mit anderen Lebewesen und das übernehmen von Verantwortung. Und es gibt nur wenige Kinder, die nicht fasziniert sind vom Umgang mit Pferden.

-Strafen helfen wenig: Besser ist ein BelohnungssystemFeste Regeln bei ADS-Kindern!
Bestrafungen werden meistens als ungerecht empfunden, versetzen dem angekratzten Selbstbewusstsein einen weiteren Stoss und fordern den Trotz heraus. Vielleicht hat das Kind es ja gut gemeint und trotzdem ist alles wieder schief gelaufen. Sinnvoller ist meistens der umgekehrte Weg. Für fest vereinbarte “gute Taten” gibt es Punkte, die bei entsprechender Anzahl in Belohnungen getauscht werden, Dies macht natürlich nur Sinn, wenn diese Annehmlichkeiten wie z.B. Kinobesuche konsequent gestrichen werden: keine Punkte - keine Kinobesuche.
Übertragen sie ihm ruhig kleinere Pflichten/Aufgaben, für deren Erledigung es Bonuspunkte erhält. Auch das ADS-Kind muss und will Verantwortung übernehmen, aber die gestellten Aufgaben dürfen nicht überfordern.


-Freunde in der Not: Beziehen sie Verwandte, Bekannte, Lehrer und Freunde mit ein. Erklären sie die Situation. Das erleichtert ihrem Kind das Auskommen mit seiner Umgebung, mindert den täglichen Druck, wenn es mal wieder etwas angestellt hat. Erklären sie seinen Schulkameraden die Situation und betonen sie, das ihr Kind es nicht so böse meint, wenn es mal wieder ausrastet. Lassen sie es nicht zu, das ihr ADS-Kind isoliert wird durch eine Krankheit, für die es keine Schuld trägt. Keine Angst vor Kindergeburtstagen. Kinder sind viel flexibler, als man manchmal annimmt und längst nicht so nachtragend wie Erwachsene.

-Verständnis: Informieren sie sich intensiv über ADS. Nehmen sie Kontakt zu anderen Betroffenen auf, besuchen sie Informationsveranstaltungen. Versuchen sie, sich in die Lage eines ADS-Kindes hineinzuversetzen. Wenn ihnen das gelingt, sehen sie das Verhalten ihres Kindes mit anderen Augen.
Vielleicht verhilft es auch dazu, manches etwas lockerer zu sehen und sich nicht wegen jeder Kleinigkeit verrückt zu machen.

-gesund leben: Manchmal unterstützt eine diätetische Ernährungsumstellung. Zwar gibt es keine konkreten Nachweise, aber schaden kann es auf jeden Fall nicht. Natürliche Kost, viel Gemüse/Obst, Fleisch in Maßen, weniger Zucker. Süssigkeiten nur noch als Belohnung. Wenn der Verdacht auf Empfindlichkeiten besteht, kann eine allergologische Untersuchung Klarheit verschaffen.

-Zärtlichkeiten: und körperlicher Kontakt sind sehr wichtig. Es zeigt nicht nur, das sie ihr Kind gerne haben. Umarmungen, Hautkontakte beruhigen und mindern aggressive Emotionen. Unterschätzen sie nicht die Wirkung einer einfachen Umarmung, sie ist oft wirkungsvoller und aussagekräftiger als viele Worte.

-andere Ursachen ausschliessen: wichtig ist es auf jeden Fall auch, andere Wahrnehmungsstörungen oder Krankheiten auszuschliessen. Dieser Punkt ist einer der Wichtigsten meiner Meinung nach. Schulische Probleme und mutmassliche Konzentrationsschwächen können vereinzelt auch schlichtweg mit Seh- oder Hörstörungen in Verbindung stehen. Beispielsweise “Doppelsehen”, “Hörschwäche”, “Geräuschüberempfindlichkeit”
Schusseligkeit, Kopfschmerzem,”nur die Hälfte mitkriegen”,schulische Probleme, Leseunlust etc. können die Folge sein.
Kinder überspielen derartiges oft, allerdings kostet sie dies viel Kraft und Anstrengung, die ihnen an anderer Stelle fehlt. Sie kennen den Unterschied zwischen “normalsehen” und ihrer Sicht nicht. Auch das Sehen von Doppelbildern z.B. wird, wenn das betroffenen Kind es nicht anders kennt , von ihm als normal eingestuft, bedeutet aber eine enorme zusätzliche Belastung im Alltag.
Weitere Ursachen können z.B. eine allgemeine Lernschwäche, Schilddrüsenüberfunktion, eine bestimmte  minderschwere Form der Epilepsie, eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses, Vergiftung mit Umweltgiften sein.

-Schlafhygiene: Schlafengehen ist oftmals natürlich das Signal für einen erbitterten Kampf. Jetzt heisst es Nerven bewahren. Umgekehrt kann aber ein falscher Schlafrythmus oder ungenügender Schlaf ebenfalls zu motorischer Unruhe und Konzentrationsstörungen führen. Deshalb achten sie auf Schlafhygiene. D.h. : regelmässige Zeiten, Rituale (Knuddeln, Vorlesen, leise Musik, beten..), alles nötige bereitlegen und vorab erledigen (Wecker, Kleidung für den nächsten Tag, Schmusetier..), angenehme Beleuchtung (Nachtlicht..), keine Naschereien direkt vor dem Schlafengehen, Wasserflasche für die Nacht, evtl. noch mal auf die Toilette gehen (auch wenn ihr Kind behauptet, das muss nicht sein - um dann 5min später doch noch mal aus dem Bett zu springen - Die Spielsachen vom Tag gehören nicht mehr ins Bett sondern ausser Reichweite in die Kisten.
Keine aufregenden Spiele, Fernsehserien kurz zuvor. Sicher fällt ihnen noch mehr dazu ein.

-Alles umsonst?: Verzweifeln sie nicht und seien sie dankbar für den kleinsten Fortschritt. Oft genug werden alle guten Vorsätze im Chaos enden, alle vorgenommenen Grundsätze als sinnlos erscheinen. Doch nur wenn der eingeschlagene Weg konsequent weitergegangen wird, gibt es irgendwann auch Erfolge. Erwarten sie nicht zuviel, zerreiben sie sich nicht in gegenseitigen Schuldzuweisungen, wenn es mal nicht so gut läuft? Betonen sie das Positive und geniessen sie die schönen Tage, lassen sie die anderen Tage weit hinter sich zurück.

-Ganz Wichtig! Sehen sie auch die Stärken: Man neigt verständlicherweise dazu, nur das Negative zu sehen. ADS-Kindern werden aber auch viele positive Eigenschaften zugeschrieben:
Stärken von Kindern mit ADS/HKS können sein: ausgeprägter Gerechtigkeitssinn- einfallsreich - energisch- engagiert- flexibel- hilfsbereit- kreativ- lebhaft- leicht zu begeistern- phantasievoll- offen für neue Eindrücke- originell- selbstbewusst- sensibel- spontan- sympathisch- unabhängig- die ausgeprägte Tier- und Naturliebe - die Fähigkeit, verzeihen zu können und nicht nachtragend zu sein - die Zähigkeit (Stehaufmännchen)
 

                                   Was macht ihr Kind so unverwechselbar?

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