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Differenzdiagnose:
mit frdl. Genehmigung von          ADD-ONLINE

ADS - nicht unerzogen sondern krank.
   Oder einfach nur anders als andere.

                                         Allgemeines:                                        

Die Zahl der diagnostizierten Kinder liegt in Deutschland bei ca. 5%. Teilweise liegen die Schätzungen auch höher, auf jeden Fall sind sie so hoch, das in jeder Schulklasse im Schnitt mindestens 1 Kind betroffen sein dürfte.
Damit gehört diese Störung zu den häufigsten kinder-/bzw. jugendpsychiatrischen Erkrankungen.
In den USA zum Vergleich liegt die Ziffer bei 10% und in Israel bei sogar 20%. Dies spricht für
die noch wenig verbreitete Kenntnis bzw. intensive Untersuchung dieser Störung bei uns. (pers.Anmerkung: oder aber für eine zu schnelle Diagnose in anderen Ländern. In Amerika wird Ritalin ziemlich schnell verschrieben, in den letzten 10 Jahren hat sich die Verschreibung des Mittels versiebenfacht. )
ADS oder einfach nur ein Wildfang??Jungen sind etwa dreimal (die Schätzungen gehen vor allem im Klinikbereich bis auf 9mal )so häufig betroffen wie Mädchen, bei Jungen steht die Hyperaktivität stärker im Vordergrund, bei Mädchen eher die Aufmerksamkeitsstörung. Auch dies ist eigentlich nicht verwunderlich, da Jungen vor allem im Grundschulalter von ihrer genetischen/hormonellen Veranlagung her i.d.R. wilder/stürmischer sind und einen grösseren Bewegungsdrang haben.
Von daher fallen Störungen bei Jungen früher und evtl.häufiger auf als bei Mädchen.
Generell ist es schwieriger, ADS ohne Hyperaktivität zu diagnostizieren, da diese Kinder weniger auffällig sind. Sie haben schulische Probleme, ein geringes Selbstvertrauen, bleiben ausgeschlossen und neigen zu Depressionen, ohne das ihr Verhalten auf eine Krankheit zurückgeführt wird. Es sind die verträumten Persönlichkeiten, der Hans-Guck-in-die-Luft.

AD(H)S findet ihren Ursprung generell in der frühen Kindheit und wurde lange als auf das Kindesalter begrenzte Entwicklungsstörung angesehen. Nach neuerer Erkenntnis  kann ADS aber auch bis ins Erwachsenenalter persistieren, es werden Prozentzahlen zwischen 30 und 50% genannt. Allerdings ist die Ausprägung üblicherweise anders. Inzwischen geht man aber nicht mehr davon aus, das AD(H)S sich “verwächst” Nur sind seine Ausprägungen beim Erwachsenen wohl so, dass er in der Regel ein einigermaßen normales Leben führen kann.

ADS im Erwachsenenalter

Während die Hyperaktivität beim Erwachsenen nicht mehr so ausgeprägt ist, bleiben häufig
...Konzentrationsstörungen,
...innere Unruhe,
...Stimmungsschwankungen und Zerstreutheit
...Probleme bei der Selbstorganisation, Schwierigkeiten Prioritäten zu setzen, effektiv zu arbeiten;
...Unpünklichkeit, Vergessen von Terminen, schleppende Erledigung von Routineaufgaben,
...Unordnung bis hin zum Messie-Syndrom (extreme Unordnung und Sammelwut)
...Probleme sich an gesellschaftliche, soziale und generell an Regeln zu halten,
...als Symptome.
Folge sind vielfach häufige Partner- oder Arbeitsplatzwechsel.
Oftmals werden im Erwachsenenalter (dissoziale) Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert, da hyperkinetische Störungen rückwirkend für die Kindheit nur schwer nachweisbar sind. Auch Erwachsene können also unter ADS leiden, durch die nicht mehr so starre Regulierung wie z.B. in der Schule fällt es aber leichter, mit den Schwierigkeiten zu leben und ADS wird beim Erwachsenen z.Zt. noch eher selten diagnostiziert.
Im ungünstigsten Fall kann es unbehandelt im Jugendlichen-/Erwachsenenalter zu vorab genannten dissozialen Persönlichkeiten(Verwahrlosung,Kriminalität,schwer erziehbar) kommen sowie der Gefahr von Substanzmissbrauch (Alkohol/Drogen)

                                                  Diagnose:

“Als hyperkinetisch wird ein Kind bezeichnet, das eine für sein Alter inadäquate Aufmerksamkeit, ausgeprägte motorische Hyperaktivität, erhöhte Impulsivität sowie emotional und sozial störende Verhaltensweisen wie erhöhte Erregbarkeit und
Irritierbarkeit aufweist:
aus Psychiatrie und Psychotherapie,Thieme-Verlag”
Im Vordergrund stehen vor allem massive Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit und Überaktivität.
Weitere Begleitsymptome unterstützen die Diagnose, sind aber nicht dringend gefordert.
(siehe Tabelle unten)

Wichtig für die Diagnose ist vor allem das GESAMTBILD DES KINDES, betrachtet
über einen längeren Entwicklungszeitraum:

Bereits im Baby- oder Kleinkindalter lassen sich manchmal erste Anzeichen erkennen in Form geringem Gefahrenbewusstseins und hoher Erkundungsfreude. Grobmotorische Aktivitäten wie Rennen und Klettern stehen im Vordergrund der Beschäftigung .Es können Schreikinder,
Speikinder sein.

Später integrieren sie sich oftmals schlecht in Kindergarten- bzw. Schulgruppen, sind wegen ihrerkind traurig Unruhe,unkontrollierter Gefühlsausbrüche, teils unsozialen Verhaltens und geringen Frustrationstoleranz unbeliebt, wollen dabei aber im Mittelpunkt stehen.
Oder aber sie ziehen sich zurück, isolieren sich selbst und verlieren sich in Tagträumereien. Häufig leiden sie unter Beziehungsstörungen und überspielen diese, indem sie den Powerman oder Klassenclown spielen.
Wegen der Konzentrationsschwierigkeiten bestehen im /Vor-/Schulalter oftmals Lese-/Rechtschreib- oder sonstige Schwächen.
Deswegen gibt es trotz normaler oder sogar häufig überdurchschnittlicher Intelligenz meistens Probleme in der Schule, bleiben die Leistungen hinter den Möglichkeiten zurück..
Die Schrift ist unleserlich - hängt in der Luft, die Hand ist beim Schreiben verkrampft und wird mit hohem Druck geführt. Beim schnellen Schreiben wird die Schrift fast unleserlich, es stellen sich Flüchtigkeitsfehler ein. Beim Abschreiben werden oft mehr Schreibfehler gemacht als im Diktat.
Hausaufgaben, Lernen, Zähneputzen und Aufräumen entwickeln sich zu Tragödien, beanspruchen überlange Zeiten.
ADS-Kinder fühlen sich oftmals ungerecht behandelt und reagieren impulsiv gereizt. Je besser sie es machen wollen, um so weniger gelingt ihnen etwas. Viele impulsive Handlungen sind gut gemeint, bewirken aber das Gegenteil -Mutproben, Blumenpflücken für Mutti in Nachbars Garten. Konsequenzen solcher Handlungen werden nicht vorher bedacht.
Geringes Selbstbewusstsein ist häufig anzutreffen: “Egal was ich mache, es ist falsch”
Bei Jugendlichen stehen vor allem Eigensinn, Stimmungslabilität und dissoziale Tendenzen im Vordergrund. Sie sind leicht beeinflussbar und probieren alles aus, weswegen sie auch einer
höheren Suchtgefahr ausgesetzt sind. In vielen Fällen lässt die Hyperaktivität im Jugendlichenalter nach, nicht jedoch auch die anderen Symptome.

Eine Stärke dieser Kinder ist oftmals deren Kreativität und Erfindungsreichtum, der leider widerum zur falschen Zeit am falschen Ort eingesetzt wird und somit zum Gegenteil führt.
Mache können überzeugend Theater spielen oder sind musisch begabt, kommen aber eben nicht pünktlich zum Unterricht.
Auch unterliegen sie starken Leistungsschwankungen, wodurch oftmals das Vorurteil in die Welt gesetzt wird: “Es geht doch, wenn er nur will”
Sie sind nicht generell aggressiver als andere Kinder. Durch ihre Impulsivität und Überreaktion auf manchmal fehlinterpretierte Situationen wirken sie aber aggressiver. Nach evtl. jahrelanger Frustration durch mangelhafte schulische und private Leistungen, sprachlichem Ausdrucksmangel, sozialer Aussenseiterrolle und mangelndem Selbstbewusstsein bleibt dann aber oft nur der Ausweg in aggressive Verhaltensmuster, um sich zu behaupten. Aggressivität ist also auf jeden Fall ein möglicherweise eintretender Sekundäreffekt.

Nur aus dem Gesamtbild über die Jahre und den momentan und schon länger vorliegenden Symptomen lässt sich eine relativ gesicherte Diagnose ableiten. Die Symptome müssen wesentlich ausgeprägter sein wie beim Durchschnitt der Altersgruppe.
Wichtig ist auch, das Verhalten in verschiedenen Situationen und Orten zu betrachten. So kann es sein, das in einer relativ reizarmen Umgebung die Symptome weniger ausgeprägt erscheinen. Paradoxerweise z.B. ist das still Sitzenbleiben vor allem dann kaum möglich, wenn das Kind dazu aufgefordert wird. Je reizintensiver die Umgebung, um so ausgeprägter manchmal die Symptome.
Unter Belastung werden die Symptome intensiver. Hieraus ergibt sich auch, dass äussere
Umstände das Krankheitsbild verschlechtern, nicht aber auslösen können.


Hierzu gehören z.B.
-beengte Wohnverhältnisse, geringe Bewegungsmöglichkeiten
-inkonsequente Erziehung
-unterschiedliche Erziehungsansichten Vater/Mutter
-Krankheit, Arbeitslosigkeit, sozial benachteiligte Familien                              
-geringe Zuwendung, lieblose Erziehung, gestörte Familienstruktur
-keine Regeln
-Leistungsdruck, ein Übermaß an Fernsehen etc.

                                                       Symtome bei ADS/ADHS:              

Symptome

Ausprägung

Aufmerksamkeitsstörung

Aufgaben werden vorzeitig abgebrochen, nicht beendet. Aktivitäten werden häufig gewechselt. Das Interesse an einer Aufgabe geht schnell verloren, wird zu einer anderen abgelenkt. “Geistige Wachheit” geht vor allem bei uninteressanten Tätigkeiten schnell verloren -abdriften in Tagträumereien,schaut Löcher in die Luft. Schlechtes Arbeitsgedächtnis: “Was sollte ich holen,machen -was wollte ich gerade tun.
Störung der Wahrnehmung( oberflächlich) und des Gedächtnisses.
ineffektiver Lernstil, mehrmals lesen müssen, um etwas zu verstehen - nur drüberlesen ohne Inhalte zu vergegenwärtigen.
Schusselfehler(z.B.bei Klassenarbeiten)

Hyperaktivität

Exzessive Ruhelosigkeit, besonders in Situationen die Ruhe verlangen. Herumlaufen,-springen.Aufstehen wenn zum Sitzenbleiben aufgefordert wurde.
Ausgeprägte Redseligkeit,Lärmen,Zappel,mit dem Stuhl schaukeln.Hoher Bewegungsdrang.Starker unnötiger Kraftaufwand bei körperlicher Beschäftigung.
Nicht lange sitzenbleiben können,immer auf dem Sprung. Nägelkauen,Bleistiftknabbern.

Impulsivität

Handeln ohne Nachdenken.Kann nicht abwarten,kein planvolles Vorgehen.Gefühle werden sofort ausgelebt, mangelnde Verhaltenskontrolle,unberechenbares Verhalten.

Sonstiges

Übersensibel,kritikempfindlich,stimmungslabil,
heftige Reaktionen bei Veränderungen.
Schnell gereizt aber auch wieder beruhigt.
Geringe Frustrationstoleranz.
Misachtung von Regeln,eigensinnig,alles und nichts wird diskutiert.
Misachtung sozialer Regeln,Distanzlosigkeit,unaufgefordert dazwischenreden,den Clown spielen,Aussenseiter,Raufereien.
zerstreut,Sachen werden liegen gelassen,gehen verloren.
Kein Berichten,Erklären von Sachverhalten möglich.
Alles auf die lange Bank schieben.
Unfähig zur Selbsteinschätzung,Gefahreneinschätzung.
Verleugnung von Schwierigkeiten.
Hoher Gerechtigkeitssinn.
Taucht in Spiele,Phantasien ein und vergisst die Welt um sich herum. Im Gegensatz zur sonstigen Verhaltensweise ist hier eine längere, realitätsentfernte Konzentration möglich. Dies nennt man Hyperfokussierung
Auffallendes “psychisches Ermüden” bei schwierig eingeschätzten Aufgaben.
Mangel an Einsicht/Vorraussicht/Urteilsvermögen/der Fähigkeit aus Erfahrung zu lernen
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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