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Differenzdiagnose:
mit frdl. Genehmigung von          ADD-ONLINE

 Ursachen von ADS

Zu den Ursachen gibt es relativ wenig zu sagen. Eine verbindliche, alleinige Ursache ist momentan noch nicht wissenschaftlich belegt. Wahrscheinlich sind diskrete Gehirnfunktionsstörungen, Störungen im Neurotransmitterstoffwechsel , vor allem Dopamin.
Dies betrifft bevorzugt die Gehirnareale, welche für Konzentration, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zuständig sind (Stammganglien,Frontalhirn), für die Verarbeitung von Sinneneindrücken und Informationen. Mit Hilfe der PET(Positronen-Emmisions-Tomographie) konnte gezeigt werden, das in den Hirnregionen betroffener Kinder weniger Sauerstoff und Glukose verbraucht wird. Hier setzt z.B. auch die Wirkung des Medikamentes Ritalin an. Genetische Faktoren dürften eine grosse Rolle spielen, da nicht selten Geschwister Eltern oder Verwandte ebenfalls betroffen sind. Andererseits sind eineiige Zwillinge nicht immer beide betroffen, so das Vererbung als einzige Ursache auch bezweifelt wird. Wie bei vielen psych. Krankheiten wird auch hier das Zusammenspiel mehrer Faktoren angenommen.

Ein Zusammenhang scheint zumindest in einigen Fällen auch mit allergischen Reaktionen zu bestehen. Es werden Ernährungsfehler (z.B.übermässiger Zuckerkonsum, mangelhafte oder einseitige Ernährung etc), Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder chem. Schadstoffe in der Nahrung (z.B. Phospate) als mögliche Einflussfaktoren diskutiert ebenso wie Virusinfektionen oder Vergiftungen (Blei).
Auch wenn diese Faktoren nicht als ursächlich anzusehen sind, können sie zumindest die Ausprägung der Erkrankung mitbestimmen.

Als weitere Risikofaktoren werden genannt
-Nikotin- oder Drogenmissbrauch, Erkrankungen, Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft
-Frühgeburten, Impfschäden, 
- Sauerstoffmangel oder sonstige schädigende Einwirkungen bei der Geburt .
-Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte durch Umweltbelastungen, Umweltgifte, Schwermetalle

Generell muss man aber leider sagen: Konkretes zum Thema Ursache findet man momentan noch wenig. Es überwiegen die Vermutungen. Und es gibt Kritiker, die ADS als eigenständige Erkrankung verneinen.

                                                 Therapie                           Ritalin und ADS                                                 Chemische Keule: Ja oder nein?

Diese Frage soll hier mit einem eindeutigen Jein beantwortet werden!
ADS gilt ursächlich als Stoffwechselkrankheit, insofern ist eine medikamentöse Behandlung angeraten. Hierzu wird bevorzugt der Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt, vor allem bekannt in Form des Medikamentes Ritalin.
Daneben gibt es aber auch noch weitere Medikamente wie z.B. Medikinet die aber nach demselben Prinzip wirken. Methylphenidat wirkt im Bereich der Neurotransmitter und reguliert die Funktion der Botenstoffe Noradrenalin, evtl.Serotonin und vor allem Dopamin.
Ein grosses Problem ist, das die angewendeten Medikamente nur die Symptome lindern, nicht
aber die Ursachen beseitigen. Dies hat eine über lange Zeit, teils über viele Jahre erfolgende Medikamentation mit Stimulantien zur Folge, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.
Da die Pillen nur ca.5-6 Stunden wirken, müssen teils mehrere pro Tag eingenommen werden. Wegen evtl. Schlafstörungen wird die letzte Einnahme nicht nach 16.oo Uhr empfohlen.
Die direkte Einnahme mit der Nahrung verschlechtert die Wirkung, es sollte daher eine Stunde vor oder 2Std. nach der Mahlzeit eingenommen werden.

Es handelt sich um psychotrope, d.h.persönlichkeitsverändernde Substanzen, chemisch verwandt mit Kokain. Bei höherdosiertem Gebrauch wirkt Ritalin stark antriebssteigernd-konzentrationsfördernd (Doping) und kann zu Halluzinationen und überschwenglicher Euphorie führen. In kontrollierter Dosis wirkt es ebenfalls konzentrationssteigernd und dämpfend bei vorliegender psychomotorischer Unruhe. Eine Suchtgefahr besteht nach überwiegender Ansicht aber nicht. Auch eine psychische Abhängigkeit wird überwiegend verneint, doch hier mag Zweifel angebracht sein. Wie verführerisch ist es ohne weiteres Hinterfragen eine beruhigende Pille zu schlucken, anstatt sich der Qual anderer Methoden zu unterziehen.

Ein weiteres Problem ist die spezielle Wirkung der Medikamente auf den Botenstoff Dopamin. Dieser spielt auch eine Rolle bei der Parkinson-Krankheit, wenngleich andere Regionen des Gehirns betroffen sind, weswegen Ritalingegner vor entsprechenden Spätschäden im Alter warnen. Verbindliche ADS-Langzeitstudien liegen aber noch nicht vor, so das auch hier außer Vermutungen nicht viel Konkretes vorliegt. Welche Veränderungen über die Jahre der Einnahme im Gehirn entstehen können ist noch ungewiss.
Insofern ist die Angst vor evtl. Nebenwirkungen verständlich , andererseits scheint aus der bisherigen Praxis heraus bei vorsichtiger Dosierung die Zahl bzw. Schwere der auftretenden Nebenwirkungen  relativ gering zu sein.
-Appetit- und teils massive Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzrythmusstörungen, Magen-/Darmbeschwerden.
-selten: Wachstumsbeeinträchtigungen, ,Blutdruckerhöhung, Angstzustände, Aggressivität, Schwindel, Wahnvorstellungen)

Die Wirkung setzt sehr schnell ein. Bereits nach einer halben Stunde sind erste Veränderungen zu bemerken und nach nur wenigen Tagen scheint aus einem ungezogenen Rüpel ein wohlerzogenes Kind geworden zu sein. Die Handschrift verändert sich, die schulischen Leistungen steigen rapide an. Schätzungsweise 50.000 Kinder werden täglich mit dieser Substanz behandelt, in Amerika sogar bis zu 5.ooo.ooo Kinder.

Diese Ausführungen helfen Eltern in der entsprechenden Situation im Prinzip wenig. Sie stehen vor der Wahl, ihrem Kind ein geregeltes “normales” Leben mit Medikamenten und ihren evtl. langfristigen Nebenwirkungen zu ermöglichen oder zu akzeptieren, das ihr Kind auf Dauer soziale, schulische, berufliche Probleme hat, unter Depressionen oder mangelndem Selbstwertgefühl leidet und eben “kein normales” geregeltes Leben führt.
Dies ist immer eine Gewissenfrage im Einzelfall. Bei ausgeprägter Störung wird aber wohl die Medikamentation der einzige Ausweg sein, bevor ein Kind wirklich einen jahrelangen Leidensweg beschreitet. Wenn das Medikament im Einzelfall für die Eltern nachvollziehbar positiv wirkt, fällt die Entscheidung für Ritalin leichter. Und dann mag die Frage nach ADS oder nicht ADS zweitrangig sein.

Ansonsten sollte man sich die Entscheidung so schwer wie möglich machen und vor der Medikamentation alles versuchen, ohne sie auszukommen. Es besteht die Gefahr, die Pille als Heilmittel für alle Probleme anzuerkennen: Auch für die gesellschaftlichen, sozialen, häuslichen Probleme, die nicht krankheitsbedingt sind.

Ob aber mit oder ohne Medikamente. ADS bedeutet eine Umstellung der gesamten Lebensführung, eine evtl begleitende Verhaltenstherapie, Einbeziehung des Umfeldes (Lehrer/ErzieherInnen,Freunde) und sehr viel Opferbereitschaft und Liebe der Eltern. Man spricht hier von multimodaler Therapie.

Es kann auf keinen Fall Sinn der Sache sein, auch bei Erfolg der Medikamentation sich darauf auszuruhen. Je eher die Dosis herabgesetzt oder irgendwann sogar abgesetzt werden kann dank begleitender Massnahmen, um so besser. Eine nur medikamentöse Therapie macht wenig Sinn. Sie unterdrückt nur die Symptome während der Wirkzeit der Medikamente.

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