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Therapie

Schwerpunkt der Therapie liegt bei psychotherapeutischen Verfahren.

                               Medikamentöse Behandlung

...wird evtl. unterstützend oder zur Linderung der mit langjährigen psychosomatischen Erkrankungen  öfters einhergehenden Begleiterscheinungen wie Ängsten, Schmerzsyndromen oder Depressionen eingesetzt. Im Einzelfall können Antidepressiva, niedrig dosierte Neuroleptika oder Tranquilizer eingesetzt werden, allerdings besteht bei dieser Patientengruppe eine hohe Missbrauchs- bzw. Abhängigkeitsgefahr.
Daher sollte die Medikamentierung mit äusserster Vorsicht, möglichst kurzfristig und unter sorgfältiger Kontrolle erfolgen. Weiterhin sind Patienten mit einer somatoformen Störung, auch wegen Ihrer gesteigerten Aufmerksamkeit bezüglich körperlicher Symptome, oftmals übersteigert sensibel gegenüber Medikamentennebenwirkungen. 

                                  Psychotherapie:

Verhaltenstherapeutische, kognitive oder tiefenpsychologisch, analytische Verfahren können angewandt werden, wobei tiefenpsychologische Verfahren wegen der “inneren Abwehr” des Patienten oftmals auf  starken Widerstand treffen. Generell ist die Therapie als schwierig und langwierig anzusehen, da im Grunde genommen eine “nichtkörperliche” Verursachung typischerweise vom Patienten nur schwer oder erst nach längerer Therapie akzeptiert wird.
Daher steht am Anfang der Therapie bevorzugt auch der Aufbau eines tragfähigen Therapeuten-Patientenverhältnisses mit einer ausführlichen Anamnese (Erhebung der Lebens- und Krankengeschichte).
Der Aufbau einer therapeutischen Beziehung erfordert gerade bei psychosomatischen Erkrankungen ehrliches Interesse an der bisherigen Krankengeschichte, deren Verlauf, Symptomen und Einfluss auf Leben und Persönlichkeit des Betroffenen.
Eine ausführliche Anamnese bietet nicht nur Ansatzpunkte für die weitere Therapie sondern ist bereits als solche eine therapeutische Massnahme. Man sollte bedenken, das der Betroffene, auch wenn er sich zur Therapie entschlossen hat,  meist im Grunde seines Herzens immer noch von einer körperlichen Verursachung seiner Leiden ausgeht. Oft widersetzt er sich Versuchen, die Möglichkeit psychischer Verursachung zu diskutieren, selbst wenn die Nähe zu belastenden Umständen für den Aussenstehenden klar ersichtlich scheint. Gerade deswegen ist es wichtig, dem Patienten nicht als Psychologe gegenüber zu treten, sondern als Mittler zwischen Medizin und Psychologie. Konfrontiert man ihn schonungslos damit, das er auch psychische Probleme hat oder das seine “liebgewonnene” Krankheit nur eingebildet ist, kann dies kränken, verletzen, Angst auslösen und ein mühsam aufrechterhaltenes positives Selbstbild zum einstürzen bringen. Auch hier wie bei den meisten psych. Erkrankungen sollte der Betroffene über das Gespräch seine Probleme möglichst selbst erkennen und offenlegen. Diese Vorgehensweise erleichtert die Akzeptanz der gewonnenen Erkenntnisse. Psychosomatik bedeutet ja Kommunikation durch den Körper. Sinn der Psychotherapie ist es, dem Patienten zu helfen, wieder “normal” und offen anstatt körperbetont zu kommunizieren, seine für die körperlichen Beschwerden ursächlichen Spannungen im psych. Bereich zu erkennen. Auch sollte bedacht werden, dass die vorliegenden Beschwerden nicht eingebildet sind, sondern wirklich vorliegen. Oftmals hat sich durch die lange Krankengeschichte und z.B. die damit verbundene “Schonhaltung” eine weitere tatsächliche körperliche Schädigung entwickelt. Daher ist es unbedingt erforderlich, neben der psychotherapeutischen Arbeit auch die körperlichen Symptome wahr- und ernstzunehmen und durch geeignete Massnahmen die akuten Beschwerden zu lindern.

Eine allgemeingültige, spezifische Therapie gibt es aber nicht, die Therapien können Konflikt aufdeckend, zudeckend sein, mit Suggestion, Konfrontation, Verstärkung oder Einsicht arbeiten. Noch stärker aber als in anderen Bereichen ist die Therapie von den Bedingungen des Einzelfalles abhängig und profitiert von einem guten Verhältnis Patient/Therapeut. Im folgenden ist eine sicherlich unvollständige Liste möglicher empfehlenswerter, begleitender Massnahmen aufgeführt, deren einzelne Punkte nicht generell zum Einsatz kommen müssen. Hinzu kommt, das die Therapie i.d.R. nicht nur psychotherapeutische Behandlung einschliesst, sondern wesentlich komplexer ist. Grundsätzlich gilt es, verschiedene Bereiche in die Betrachtung mit einzubeziehen. Eine Kombination verschiedener Ansätze bietet die besten Aussichten auf Erfolg.

                                   -Dreigeteilte Therapie

1: medizinische Intervention: Da die körperlichen Beschwerden, unabhängig von ihrer in diesem Fall psychogenen Ursache, tatsächlich und für den Patienten schmerzhaft vorliegen, müssen weiterhin medizinische Schritte erwogen werden. Zur Linderung akuter Beschwerden und der Wiederherstellung gestörter Organfunktionen sollten im Einzelfall medikamentöse oder physiotherapeutische Massnahmen die Psychotherapie in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt begleiten. 

2: soziale Intervention: Oftmals liegt psychosomatischen Erkrankungen ein “krankmachendes Umfeld” zu Grunde oder umgekehrt durch die langjährige Erkrankung ist das soziale/familiäre/berufliche Umfeld stark gestört. Hier gilt es nach Möglichkeit durch Einbeziehung der Familie, Jugendamt, Arbeitsamt, Pflegedienst oder andere auch in diesem Bereich zu entlasten.

3: psychotherapeutische Intervention: Letztlich gilt es nun, die Einstellung des Betroffenen zum eigenen Körper, seine Denkweisen zu relativieren und im positiven Sinne umzudeuten. Körper und Geist müssen als Einheit verdeutlicht werden, diese Vorgänge verständlich und greifbar werden, um die gestörte Beziehung zum eigenen Körper zu verändern. Auch evtl. begleitende Störungen wie Ängste oder Depressionen sind einzubeziehen.

                     mögliche Schritte auf dem Weg zur Besserung:

  • -Physio-/Körpertherapie: Um eine Brücke zwischen Medizin und Psychotherapie zu schlagen und das Verhältnis des Betroffenen zu seinem Körper zu normalisieren, kann es sinnvoll sein, begleitend physiotherapeutische Anwendungen oder körperbezogene Bewegungstherapien anzuraten. Die allmähliche Aufgabe der körperlichen Symptome  wird dadurch erleichtert. Auch können dadurch neben den bisher ausschliesslich negativ (schmerzhaft) empfundenen Körpererfahrungen auch angenehme Erfahrungen mit dem eigenen Körper vermittelt werden.
    -Gleiches gilt auch für die Förderung körperlicher Aktivität und den Abbau von Vermeidungsverhalten. Eine abgestufte Aktivierung der körperlichen Fitness steigert ausserdem das Selbstbewusstsein, vermindert den negativen Einfluss körperlicher Schonhaltungen, die dauerhaft wiederum zu körperlichen Beschwerden führen. Es ist die Frage zu stellen: Welche körperlichen Aktivitäten werden oder wurden früher als angenehm empfunden und können wieder verstärkt ausgeübt werden?
  • -Entspannungsübungen: Auch Entspannungsverfahren können begleitend sinnvoll sein, um Körperspannungen abzubauen und evtl. vom Symptom abzulenken und die Aufmerksamkeit wieder auf den Körper als Ganzes zu richten. Imaginationen, autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Atemtechniken, Biofeedback etc.
  • -Zeit- statt beschwerdebestimmter Therapie. Nicht die Beschwerdeintensität sollte die Kontaktaufnahme bestimmen, um auch so den Fokus von den körperlichen Beschwerden abzulenken.
  • -keine Feststellungen wie “Sie sind organisch völlig gesund”, sondern interaktive Erklärungsmodelle zur Entstehung der Beschwerden. Z.B. andauernde muskuläre Verspannungen im Zuge psychischer Anspannung als Erklärung für Rückenschmerzen. Aufklärung über die vorhandene körperliche Störung, um ein besseres Verständnis für den eigenen Körper und mögliche Veränderungsmöglichkeiten zu erreichen. Ein Problem sind oftmals nicht hauptsächlich die körperlichen Beschwerden, sondern die Unsicherheit über deren Entstehung und die Angst, diese Beschwerden könnten Anzeichen für eine schlimme, nicht erkannte Krankheit sein.
  • -Ein “Ausreden” der Symptome und Diskutieren über “krank oder nicht krank, die Realität der Beschwerden” ist meistens wenig effektiv. Sinnvoller scheint es gemeinsam herauszuarbeiten, in welcher Art die Beschwerden das soziale, familiäre, berufliche Umfeld beeinflussen, ob die Beschwerden alleine oder schon die “Angst vor dem Schmerz” die Lebensqualität verändern. Vielleicht ist es möglich, die körperlichen Beschwerden zwar nicht zu negieren, aber zumindest zu relativieren, ihr Ausmass auch im Verhältnis zu normalen z.B. altersbedingten Beschwerden realistischer einzuschätzen.
  • -akute Beschwerdelinderung ist ein eigenständiges und vorrangiges Ziel vor allem in der ersten Therapiephase. Anfänglich empfiehlt sich stärker symptomorientierte Psychotherapie.
  • -Symptomtagebücher zur Selbstbeobachtung. Dies kann die Einsicht in die Zusammenhänge zwischen körperlichen Beschwerden und den eigenen Gefühls- Denk-und Verhaltensmustern fördern.
  • -Allgemeine Verbesserung der Lebensqualität durch Förderung der Beschäftigung mit “Angenehmen” Hierzu gehören Hobbys, Besuche bei Freunden, sich “mal was Schönes leisten”.
  • -Verhaltensberatung. Auch Beratung zu Nikotin, Alkohol, Medikamenten, Lebensstil und Ernährung ist sinnvoll. Abbau kontraproduktiver Einstellungen wie “nur durch Leistung bestimme ich meinen Wert in Gesellschaft und Familie”
  • -Stressbewältigungsstrategien. Abbau von Überforderungstendenzen und Resignation durch z.B. Termin-/Tages-\Wochenplanungen, Abbau belastender Verpflichtungen, Einplanung fester Entspannungspausen etc.
  • - Kompetenz-/Selbstsicherheitstraining zum Aufbau des durch die Krankheit oft angegriffenen Selbstwertgefühls.
  • -kognitive Therapie. Vermittlung eines realistischeren Gesundheitsverständnisses, Entwicklung eines “normalen” Verhältnisses zum eigenen Körper. Langsame Umbewertung von organmedizinischen zu psychophysiologischen Erklärungsmodellen. Umdeutung körperlicher Beschwerden von persönlichem, unabänderbarem Schicksal zu normalem, zeitlich begrenztem Krankenerleben.
    Besseres Umgehen mit Belastungen: statt “ich halte den Schmerz nicht mehr aus” besser “wenn der Schmerz kommt, lege ich eine Pause ein/ konzentriere ich mich auf .../ o.ä.
  • -Verhaltensexperimente, Sensibilisierung gegenüber der eigenen Körperwahrnehmung und Beeinflussung. Durch Provokationsübungen wie schnellen Bewegungen oder Hyperventilation können körperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot oder Schwindel simuliert und der Umgang mit ihnen geübt werden. Durch derartige Übungen kann auch vermittelt werden, das gewisse Körperreaktionen normal, zeitlich befristet und unbedenklich sind.
  • -Festlegung von Therapiezielen. Dabei sollten in kleinen Schritten erreichbare Ziele eingesetzt werden. z.B. Verringerung der Beeinträchtigungen durch die Krankheit im sozialen Bereich, Aufbau der körperlichen Fitness,  besserer Umgang mit Schmerzen/Beschwerden, Entwicklung persönlicher Lebensziele: Was soll sich vor und nach der Gesundung in der Lebensführung verändern.
    Stufenweiser Abbau einer Medikamenteneinnahme, der Inanspruchnahme medizinischer Einrichtungen etc.
  • -Verlustausgleich schaffen. Wie schon gesagt ist mit Kranksein in einigen Fällen auch ein Krankheitsgewinn in Form von verstärkter Zuwendung, erzwungener Aufmerksamkeit oder nicht-arbeiten-müssen etc.verbunden. Daher ist in diesen Fällen bei eintretender körperlicher Verbesserung ein Ausgleich für den damit wegfallenden Krankheitsgewinn zu schaffen. Dies kann z.B. durch verstärkte Hinwendung des Fokus auf Erfolge im beruflichen Bereich, Hobby oder Familie geschehen oder durch stärkerer Übertragung von Verantwortung/ Aufgaben.
  • -Familien/Partnertherapie. Auch das familiäre Umfeld kann mitauslösend bei psychosomatischen Erkrankungen sein, noch öfter aber ist umgekehrt die Erkrankung eine enorme Belastung für die Familie. Daher ist die Einbeziehung des Umfeldes in die Therapie wichtig, gegebenenfalls auch in Form einer Familientherapie.
  • -Behandlung gleichzeitig vorliegender psych. Störungen. Wichtig ist auch eine gleichzeitige Behandlung der oftmals begleitend vorliegenden Angst- oder Depressionssymptome.                                                                                                                                                                      
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