Meinung und Satire
Rund um die Psyche
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Gründe für ...........................

Zwar gilt die Anorexia wie auch die Bulimie überwiegend als psych. Problem, doch zumindest teilweise gibt es auch Ansätze für weitere Faktoren, die einen Einfluss haben könnten.
Anorexie und Bulimie scheinen ähnlichen Ursachen zu unterliegen, wobei Bulimie evt. mehr vom gesellschaftlichen Umfeld, dem Nacheifern eines Schönheitsideals geprägt wird während die genetische Veranlagung bei der Anorexie eine größere Rolle spielen könnte.

... Zwillingsstudien ergaben für Verwandte 1. Grades ein etwa 10mal so hohe Erkrankungswahrscheinlichkeit. Bei zweieiigen Zwillingen sind etwa 50% ebenfalls erkrankt, bei zweieiigen nur 10%.
.....Man vermutet, dass bei vielen Betroffenen eine Störung in der Hirnregion vorliegt, die für Steuerung des Essverhaltens, Hunger- und Sättigungsgefühl, der sexueller Aktivität und der Menstruation zuständig ist. D.h. die Fähigkeit zwischen Empfindungen wie Hunger und Sättigung zu unterscheiden, ist beeinträchtigt.
.....begonnene Diäten, in derem Verlauf der/die Betroffene die verstandesmässige Kontrolle über den Fortgang der Diät verloren hat und diese sich verselbstständigt: Ein Bündel aus verspürtem Erfolgserlebnis, anfangs vielleicht angenehmerem Körperempfinden durch die Gewichtsabnahme, mangelndes Hungerempfinden durch die Ernährungsumstellung, ein abhanden gekommenes Gefühl für das lebensbedrohende Risiko einer fortgeführten Diät führt zu einem Kontrollverlust und “weiterhungern”

.....Persönlichkeiten, die sehr ehrgeizig sind, hohe Ansprüche an sich stellen, dem Perfektionismus anhängen und dabei selbstunsicher sind, könnten ein höheres Risiko tragen. Hierbei stellt sich natürlich wieder die Frage: Ist Persönlichkeit nicht auch geprägt durch das soziale Umfeld?

Doch selbst wenn eine genetische Disposition vorliegen sollte, spielt das Umfeld als Impulsgeber zum Ausbruch der Krankheit eine wesentliche Rolle. Das soziale, kulturelle und familiäre Umfeld ist entscheidend verantwortlich für die persönliche Entwicklung der Betroffenen.
Magersucht-Modell der Zukunft?Zum einen spielt sicherlich der gesellschaftliche Druck eine Rolle. Dies wird vor allem für die Bulimie angenommen. Schlanksein gilt in unserer modernen Gesellschaft als Verpflichtung, obwohl die Ernährungsgewohnheiten, die Berieselung durch Werbung der Nahrungsmittelindustrie und das Überangebot an Esswaren im Gegensatz dazu stehen. Vor allem für Frauen gibt es gesellschaftlich vorgegebene Idealtypen, die von den meisten Frauen aber nicht erreicht werden. Gerade Teenager in der Pubertät, die erst noch dabei sind, ein (Wohl)Gefühl für den eigenen Körper, ihr pers. Wohlfühlgewicht zu finden, können hier stark verunsichert werden und dem Druck nicht gewachsen sein. Strenge Diäten bereits in frühen Jahren gelten als hoher Risikofaktor für spätere Essstörungen. 

Zum anderen ist die familiäre Situation wichtig. Zumeist kommen die Betroffenen aus nach außen intakten und heilen, gut situierten Familien. Doch im Innenverhältnis bestehen unterdrückte Spannungen. Es zeichnet sich eine Familiengeschichte ab, die der Entstehung der Magersucht dienlich zu sein scheint.
Das Kind wird Symptomträger für nicht offen gelegte innerfamiliäre Probleme.

Mögliche Bedingungen in der Familie, die eine Essstörung begünstigen

....Konflikte werden nicht offen ausgetragen  um die Harmonie in der Familie nicht zu stören.
....Gefühle werden unterdrückt, echte Auseinandersetzungen vermieden.
....Schwächen und Fehler werden nicht eingestanden.
....Sinnlichkeit und Zärtlichkeit, offene Sexualität wird abgelehnt.
....Dadurch ist das Familienklima eher unterkühlt, distanziert und unterschwellig aggressiv.
....Das Familienleben ist eher oberflächlich, Small-Talk statt leidenschaftlicher Gespräche.
....Auch der Umgang miteinander ist ritualisiert, strengen Regeln unterworfen.
....Zumindest ein Elternteil - meist der Vater- ist viel unterwegs, hat wenig Zeit für die
    Familie, mangelnde Zuneigung, Überbehütung durch den zweiten Elternteil.
....Im Vordergrund stehen Leistung und Erfolg. Dieser Druck wird an die Kinder
    weitergegeben.
....Geld wird vor allem in die Ausbildung investiert.
....Es werden hohe Anforderungen an das äußere Erscheinungsbild der Familie gestellt.
....Es werden perfekte Kinder erwartet. Den Kindern soll es später mal (materiell) gut gehen.
....Evtl. Konkurrenzkampf unter Geschwistern.
....Korrektheit, Regeln, Ordnung und Disziplin haben einen hohen Stellenwert.
....nach aussen dominant und erfolgreich bestehen bei den Eltern oftmals unbefriedigte
   eigene Wünsche nach Selbstverwirklichung
...fehlende Abgrenzung, mangelndes Gefühl von Individualität
...Missachtung der individuellen Fähigkeiten und Wünsche des Kindes

Weitere Risikofaktoren können z.B. Misshandlungen, sonstige psych. Probleme Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen..) in der Familie, Diäten oder Alkoholismus in der Familie, Verlusterlebnisse, Kinder mit “schwierigem” Temperament oder frühe Erziehungsschwierigkeiten sein.

So könnte es ablaufen: Viele Mädchen beugen sich dieser hohen Erwartungshaltung ihres gesellschaftlichen und familiären Umfeldes. Sie sind ehrgeizig, intelligent, willensstark, selbstbewusst und zielstrebig. Sie versuchen dem Erwartungsdruck der Familie zu entsprechen und verlangen sich und ihrem Körper das Letzte ab. Vor allem im Übergang vom Mädchen zur Frau sind anscheinend viele Jugendliche diesem Druck nicht mehr gewachsen, zumal sie zwar nach außen selbstbewusst auftreten, aber sich innerlich unsicher fühlen. Es besteht die ständige Angst, zu versagen.
Das Streben nach Leistung und Perfektionismus wird auf den eigenen Körper übertragen, denn auch in diesem Punkt will man das Letzte aus sich rausholen, perfekt sein. Gleichzeitig ist der geschwächte Körper aber auch ein Zeichen, eine Anklage an die Eltern.

Die oben aufgeführte Familiensituation soll jetzt nicht als generelle Ursache für Magersucht dargestellt werden, aber in vielen Fällen scheinen die oben angeführten Verhaltensweisen oder Teile davon die Entstehung einer Essstörung zu begünstigen. Auch die Tatsache, das viele Magersüchtige ihre Erkrankung so lange verheimlichen können, spricht meiner Meinung nach für eine eher oberflächliche Beziehung der Familienmitglieder zueinander.
Doch die offiziellen Verlautbarungen der Wissenschaft sind auch in diesem Bereich eher vorsichtig und es wird wie bei inzwischen den meisten psych. Störungen von einer “Multikausalität”, dem Vorliegen verschiedener ursächlicher Faktoren ausgegangen.
Vor allem darf man auf keinen Fall davon ausgehen, dass Familien, die obigem Schema entsprechen, ihre Kinder nicht lieben und nicht das Beste für sie wollen. Nur die Vorstellungen von einem erfüllten Leben klaffen zwischen den Familienmitgliedern weit auseinander, auch wenn es nach außen nicht so zu sein scheint.

Exkurs Adipositas und Essstörungen:
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Adipositas (Fettleibigkeit) oftmals unter der Kategorie Essstörungen eingeordnet. Wobei Adipositas aber keine Essstörung im allgemeinen Sinne bezeichnet, sondern eine Gesundheitsstörung. Ursache hierfür kann im Einzelfall aber widerum eine Essstörung, bzw. ein fehlerhaftes Essverhalten sein, welches dann evtl. therapeutisch behandelt werden sollte.

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