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  Therapie

                                       
Zumindest bei stark ausgeprägten Störungen empfiehlt sich eine sowohl medikamentöse als auch therapeutische Behandlung. Medikamente behandeln die Symptome, beseitigen aber i.d.R. nicht die Ursachen. Die Psychotherapie steht daher im Mittelpunkt der Behandlung

                                       1)Pharmakologie

Zur Behandlung geeignet sind zumindest kurzfristig Benzodiazepine. Wegen des Abhängigkeitsrisikos ist eine Langzeitbehandlung aber nicht empfehlenswert. Die Gabe erfolgt langsam einschleichend (nach und nacht steigende Dosen) und entsprechend beim Absetzten umgekehrt langsam ausschleichend.
Auch eine Behandlung mit Antidepressiva kommt in Frage (trizyklische ...., SSRI,MAO-Hemmer)
Die Wirkung setzt aber erst nach ca. 2-3 Wochen ein
Betablocker können bei ausgeprägter körperlicher Symptomatik verwendet werden (Zittern, Herzschlagveränderungen) Sie werden vor allem bei Phobien eingesetzt und haben den Vorteil, nicht sedierend zu wirken.

                                        2)Psychotherapie


Angst bedeutet körperliche Anspannung, ist Vorbereitung auf die 3 wesentlichen Möglichkeiten bei Gefahr: Kampf, angespannte Ruhestellung oder Flucht.
Insofern ist Angst ein normaler, überlebensnotwendiger Mechanismus. Steht der Körper aber dauerhaft unter Spannung, hat dies negative Folgen auf die Psyche, ebenso aber auch auf die körperliche Verfassung. Durch die Fixierung auf die Angst und der extremen Aufmerksamkeit auf geringste Anzeichen körperlicher Veränderungen, kommt es wie schon einmal gesagt zu einem Kreislauf, der zu einer stetigen Steigerung der Angst führt. Die einzige Möglichkeit, diesem zu entgehen, scheint im ersten Moment die Vermeidung angstbesetzter Situationen zu sein, was aber zu Isolation und eingeschränkter Lebensweise führt mit unterschiedlichem Leidensdruck. Dieses Vermeidungsverhalten mit seinen negativen sozialen/familiären Auswirkungen ist meistens das grösste Problem
Die Psychotherapie verfolgt nun zum einen das Ziel, den Kreislauf dauerhafter Angst zu unterbrechen und zumindest die körperliche Spannung herabzusetzen. Im Sinne der gegenseitigen Abhängigkeit führt körperliche Entspannung auch zu einer Angstreduktion, das Gefühl von Angst ist untrennbar verbunden mit körperlicher Anspannung.
Zum anderen soll dem Betroffenen klar gemacht werden, dass die vermiedenen Situationen im eigentlichen Sinne nicht gefährlich sind, seine inneren, angstbesetzten Dialoge, seine kognitiven/gedanklichen Verarbeitungsweisen umstrukturiert werden. Dazu kommt das schrittweise hineinführen des Angstpatienten in die ihn ängstigenden Situationen (systematische Desensibilisierung)
Bei alledem geht es nicht um die Schaffung eines angstfreien Lebens, das ist nicht möglich und muss deutlich gesagt werden. Ziel muss es sein, Angst als biologisch sinnvoll anzuerkennen und den Umgang mit normaler Angst und den dazugehörigen körperlichen Symptomen zu üben.

Hierzu werden in der Praxis zahlreiche Therapien angeboten, die oftmals miteinander kombiniert den besten Erfolg versprechen.

Entspannungsverfahren:
Reine Entspannungsverfahren wie Yoga, autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Meditation und andere

Psychoanalytische Verfahren:
Aufdeckung und Bearbeitung innerer Konflikte. Nicht das Symptom, sondern die unbewusste Ursache der Ängste steht im Mittelpunkt der Behandlung, die sich sogar über mehrere Jahre erstrecken kann.

Verhaltenstherapie/Kognitive Therapie:
In einer symptomorientierten Behandlung soll der Patient an die vorher gemiedenen Situationen schrittweise herangeführt werden, seine “negativen Denkstrukturen” korrigiert werden.
Desensibilisierung/ Konfrontationstherapie.

Soziotherapie:
Minderung der sozialen Isolierung durch Gruppentherapie und langsame Wiedereingliederung in die Gesellschaft, den Beruf.

Hypnotherapie: Verhaltensveränderungen durch positive Suggestion unter Hypnose

Psychodrama: Die Gestaltung der angstbesetzten Situation als therapeutisches Theaterstück

......und andere mehr.

Am bekanntesten und in der Praxis angewandt sind  vor allem die 

                 systematische Desensibilisierung und die Reizkonfrontation:
 

                              systematische Desensibilisierung: (stufenweise Reizkonfrontation)

Angst bedeutet untrennbar psychische als auch körperliche Anspannung. Bei der systematischen Desensibilisierung soll der Patient in einem entspannten Zustand mit dem Objekt der Angst konfrontiert werden. Gelingt es eine mit Angst unvereinbare Reaktion (Entspannung/Freude) in Gegenwart des angstauslösenden Objektes zu erzeugen, wird die Verbindung zwischen dem Objekt und der Angst abgeschwächt.

Dazu wird in der Praxis zunächst mit dem Betroffenen gemeinsam eine Angsthierarchie ausgearbeitet  Auf einer Scala zwischen 0 (angstfrei) bis 100 (höchste Angst) werden störungsbezogene Situationen festgehalten. Diese Situationen werden vom Patienten detailliert beschrieben und festgehalten.
Nun wird der Patient z.B. durch autogenes Training, Muskelrelaxation oder andere Methoden in einen entspannten Zustand geführt. Anschliessend erfolgt die Konfrontation mit der niedrigsten Stufe der Angsthierarchie. Dabei erfolgt die Konfrontation vorerst
in Sensu, d.h. in der gedanklichen Vorstellung des Patienten.
Dabei kann der Betroffene sich die Situation rein gedanklich vorstellen, evtl. auch zeichnen oder Filme anschauen,
dann in Vivo, der Patient wird in der Realität mit den Angstauslösern konfrontiert.

Bei aufkommender Angst wird der Patient wieder in einen entspannten Zustand geführt. Dazu können vorab Zeichen oder Rückzugsräume zur Wiederentspannung vereinbart werden.
Wird die Situation angstfrei bewältigt, geht man zur nächsten Stufe über bis im Idealfall zur direkten Konfrontation mit der am meisten angstauslösenden Situation.
Die Behandlung dauert nach dieser Methode naturgemäss relativ lange, teilweise über mehrere Monate. Es gibt auch Untersuchungen, die eine vorherige Entspannung nicht für nötig erachten.

                                  Konfrontationstherapie: (Implosion,Flooding)

Bei der Reizkonfrontation wird der Betroffene direkt und intensiv der angstauslösenden Situation ausgesetzt. Über Gespräche und Kommentieren der Situation wird der Reiz und die damit verbundenen körperlichen Reaktionen auf hohem Niveau beibehalten. Ziel ist es letzten Endes, zu zeigen, dass der Betroffene in der Lage ist, die Ängste auf hohem Niveau auszuhalten bzw. dass nach einiger Zeit selbst in der bedrohlichsten Situation das Angstniveau sinkt. Abbruchkriterium dieser Übungen ist das “Ertragen” der angstbesetzten Situation.
Kontrovers zur Desensibilisierung wird das Training nicht bei aufkommender Angst, sondern erst bei erfolgreicher Bewältigung der Situation abgebrochen.
Auch dies kann vorerst gedanklich (in sensu) geschehen, dann spricht man von Implosion.
Bei der Implosion werden die angstauslösenden Stimuli zwar nur in der Vorstellung, aber bis zur höchsten Intensität bzw. bis zum Unrealistischen gesteigert.
Demgegenüber arbeitet das sog. Flooding mit der Konfrontation in realen Situationen (in vivo).
Es besteht hierbei aber die Gefahr, dass derartige Übungen im Beisein des Therapeuten nur gelingen, weil der Betroffene sich in Gegenwart des Therapeuten sicher fühlt. Deswegen kann dem Patienten auch die Aufgabe gestellt werden, sich alleine “in die Höhle des Löwen zu begeben” nach entsprechender Vorbereitung im Therapiegespräch..
Im Mittelpunkt stehen hierbei vor allem die typischen Symptome der Angst (Herzrasen, keine Luft kriegen, Schweissausbrüche etc.) Dem Patienten soll durch verbesserte Selbstwahrnehmung gezeigt werden, dass er selber den Angstkreislauf in Gang setzt, über gesteigerte Wahrnehmung körperlicher Veränderungen das Angstniveau erhöht. Über gezielt provozierte körperliche Reaktionen - z.B. Schwindel, Hyperventilation - kann aufgezeigt werden, das nicht die Angstauslöser das Problem darstellen, sondern die übersteigerten körperlichen Reaktionen auf eine eigentlich harmlose Situation. Diese körperliche Überreaktion gilt es unter Kontrolle zu bringen.
 

Allgemeine Massnahmen.
Neben der Therapie oder besser gesagt, als Bestandteil der Therapie, sollte auch der private/berufliche Bereich so umstrukturiert werden, dass unnötiger Stress vermieden wird. Man  spricht hier auch von Stressmanagement. Eine grosszügige Planung des Tagesablaufs mit regelmässigen Pausen, das ordnen der Aktivitäten nach Wichtigkeit und der bewusste Verzicht auf überfordernde, nicht unbedingt notwendige Aktivitäten ist hilfreich.

Krankheitsbedingt kommt es meist zu sozialem Rückzug und Einschränkung der Aktivität. Auch wenn Stressabbau hilfreich ist, darf andererseits keine Isolierung erfolgen. Aktivitäten, die vorher Spass gemacht haben, sollten weiterhin ausgeübt werden, Freunde regelmässig aufgesucht werden. Offene Gespräche über die “Krankheit” entlasten.

Psychische Störungen gehen oftmals auch einher mit körperlicher Vernachlässigung.
Deswegen ist folgendes wichtig
-auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung sollte geachtet werden
-sportliche Aktivitäten stärken den Körper und entlasten die Psyche
-übermässiger Konsum von Kaffee, Alkohol, Süssigkeiten ist zu vermeiden
-für geregelten Schlaf ist zu sorgen

Letzteres ist natürlich einfacher gesagt als getan. Wie soll ein von ständiger Angst geplagter Mensch geregelt schlafen? Wie ein von Agoraphobie geplagter, der das Haus nicht mehr verlässt und sozial isoliert ist, sich ausgewogen ernähren und sportlicher Ertüchtigung nachgehen, dazu über seinen eigenen Schatten springen? Dies wird nur möglich sein im Rahmen kleiner Schritte, die über feste Zielvereinbarungen und Übungen erreicht werden. Ist es möglich, kleinste positive Veränderungen im täglichen Ablauf zu erreichen, können aus dieser Motivation heraus höhere Ziele angestrebt werden.
Hier wird aber nochmals deutlich, dass Therapie nicht nur bedeutet, dem Patienten innerhalb einer Sitzung Entlastung zu geben, sondern auch die Anleitung, sein Leben anders zu ordnen, schrittweise zum Positiven zu verändern und ihn über klare (Ziel)vereinbarungen dabei zu unterstützen. Vor allem hier steht oftmals nicht das eigentliche Hauptsymptom wie z.B. die Angst im Vordergrund, sondern die nicht weniger belastenden begleitenden Symptome wie oben genannt.

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