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                                        Alles klar oder was

“Eine depressive Symptomatik besteht bei der endogenen Depression (Melancholie), der reaktiven Depression (depressive Reaktion oder depressive Konfliktreaktion) und der depressiven Neurose (neurotische Depression). Ausserdem kann sie Bestandteil eines depressiven Syndroms bei Schizophrenien und bei organischen Psychosen sein.
Nach ICD10 werden anstelle des Begriffes “depressive Neurose” leichte und nicht anhaltende ängstliche Depressionen als “Angst” und “depressive Störung” bezeichnet. Sie werden den “neurotischen Störungen” zugerechnet”
( aus GK3 Psychiatrie)

“Depression,hypochondrische, bei der die Symptome der Hypochondrie im Vordergrund stehen.
Oft schwer zu erkennen, da körperliche Beschwerden das Bild bestimmen.(vergl.Depression,larvierte). Bei wahnhafter Überzeugung krank zu sein, spricht man auch vom hypochondrischen Wahn.
Depression,larvierte:Depression bei gleichzeitiger Unfähigkeit der Patienten,ihre depressive Verstimmung als solche zu beschreiben. Beschwerden werden verlagert und als körperliche Symptome dargestellt. Herzbeschwerden,Kopfschmerzen, ............Die l.D. ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern bezeichnet einen auf Depression verdächtigen Zustand, der nosologisch eingeordnet werden muss.(vergl. Syndrom,depressives)
Syndrom,depressives: Sammelbezeichnung für die bei Depressionen auftretenden psychischen,somatischen und psychosozialen Symptome.
1)psychisch: Freudlosigkeit,Niedergeschlagenheit.............
2)somatisch: Herzschmerzen,Kopfschmerzen ..........
3)psychosozial: Isolation,Leistungsabfall...............
Ursache: verschiedene Formen der Depression (psychogene,endogene,somatogene oder anaklitische)”
(aus Pschyrembel,klinisches Wörterbuch)

Wer bin ich: Ein Hypochonder mit depressiven Syndrom, ein Depressiver mit zwanghafter Neigung zu somatischen Beschwerden , ein depressiver Neurotiker oder ein Angstpatient mit depressiver Störung.
Die Psychiatrie/Psychologie  ist im Gegensatz zur Mathematik kein Wissensgebiet,
in dem 1+1 immer 2 ergibt. Manchmal kommt dabei auch 1,45 heraus.
Die Begriffsvielfalt ist enorm , einem steten Wandel unterzogen und auch abhängig von der “Einstellung des Betrachters. Ein Psychoanalytiker verwendet den Neurosenbegriff anders definiert als ein Verhaltenstherapeut.
Und überhaupt: Neurosen gibt es ja gar nicht mehr gem. ICD10. Da man sich aber doch nicht ganz sicher ist, “wird der Begriff”neurotisch” weiterverwendet und erscheint z.B. in einer Überschrift ..”(aus dem Vorwort ICD10 Exkurs: internationale Klassifikation psychischer Störungen, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation. Allgemein anerkannt als Leitfaden zur Diagnose pychischer Störungen))

Die Grenzen in der Psychiatrie sind fliessend, verschiedene Erkrankungen lassen sich nur schwer abgrenzen und der ICD empfiehlt sogar “so viele Diagnosen zu erstellen, wie für die Beschreibung des klinischen Bildes notwendig”.
Entscheidend für die Diagnosenstellung ist damit oftmals auch die Einstellung und Erfahrung des Behandelnden,. In Grenzfällen ist nicht mehr zu unterscheiden, ob der Erkrankte ein Angstpatient mit depressiver Verstimmung oder ein Depressiver mit Angstsymptomen ist.
Liegt dem zwanghaften Verhalten eine in der Kindheit angelegte Persönlichkeitsstörung zugrunde?
Ist die Ursache einer Lernschwäche in einer angeborenen Intelligenzschwäche, einer organischen Erkrankung, einer (Hirn)Stoffwechselstörung, einer Persönlichkeitsstörung, einer frühkindlichen Belastungsstörung oder einfach nur der familiär/sozialen Situation zu suchen?

Genauso wichtig wie die Erstellung einer anscheinend passenden Diagnose ist der Ausschluss anderer Ursachen, die evtl. auch ohne Psychopharmaka beseitigt werden können.

Oftmals treffen verschiedene Krankheitsbilder aufeinander und es gilt, das ursächliche Hauptsymptom zu finden. Trotz aller Schwierigkeiten bieten die heutigen, vor allem symptomorientierten Diagnoserichtlinien ein wichtiges Gerüst zur Diagnostizierung einer psych. Störung, aber die Psychiatrie steht wie auch die Medizin eigentlich erst am Anfang.

Die wichtigsten Wörter in der allgemeinen Literatur sind nach wie vor “aber”, “es wird vermutet”, “es liegt nahe,dass” Der Erfolg rechtfertigt sicherlich den Einsatz der heutigen Mittel -sowohl medikamentös wie therapeutisch. Gewissheit über die Wirkweise gibt es aber in vielen Fällen noch nicht. Dies spricht nicht gegen den Einsatz, wohl aber für einen sorgsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln. 
In diesem Sinne sind die hier gemachten Ausführungen auch nur als Versuch zu sehen, ein schier grenzenloses Thema auf einen Kern zu reduzieren, der zumindest eine Vorstellung vom Ganzen geben kann.

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